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bis 1894

In Cunersdorf wurde im März 1894 eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Vorher bestand in unserem Ort bereits eine Pflichtfeuerwehr, der sogenannte "Pflichtlöschzug", der eine im Jahr 1847 angeschaffte Spritze bediente.

Die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Cunersdorf verfügte schon nach wenigen Monaten über 65 aktive und passive Mitglieder.

Die Alamierung

Die Alarmierung erfolgte durch Hornisten. Am Erbgericht war ein Steigerhaus errichtet worden, das für Ausbildungszwecke genutzt wurde. Im Brandfalle läuteten auch die Kirchenglocken. Erwähnt werden muss auch, dass noch zu Beginn des Jahrhunderts in Cunersdorf ein Nachtwächter Dienst tat, zu dessen Pflichten es gehörte, bei etwaigem Feuer Alarm auszulösen. Später besorgten Schutzmänner, Gendarmen und ABV´s den Wachdienst. Auch über diese "Zunft" von Schutzmann Max Fiedler bis zu ABV Walter Müller wäre manches zu berichten...

Die Mannschaft

Die rasche Einsatzbereitschaft der Feuerwehr war im Notfall gegeben, denn viele Wehrmänner waren Landwirte und Handwerker und damit im Ort beschäftigt. Gegen säumige Wehrmänner, die ihre Dienstpflicht vernachlässigten, wurde mit Strafverfügungen vorgegangen. So erhielt der Fleischer Ernst Engelhardt am 25. August 1900 eine Haftstrafe von 2 Tagen, weil er bei einer Inspektion unentschuldigt fehlte. Wie notwendig die stetige Einsatzbereitschaft war, beweist auch die hohe Zahl von Löscheinsätzen.

Zur Kriegszeit 1914 - 1918

Aus der Zeit des Ersten Weltkrieges - vom 8. Juni 1917 - ist der Brand des Beier-Gutes registriert. Da zu diesem Zeitpunkt viele jüngere Wehrmänner zum Kriegsdienst einberufen waren, herrschte Not an geschultem Personal, Trockenheit und Wassermangel erschwerten außerdem die Löscharbeiten.

Die tatkräftige Hilfe der Nachbarn, ja des ganzen Dorfes, bewährte sich in solchen Situationen. Im vorgenannten Falle allerdings hätte diese hilfreiche Mitarbeit für eine engagierte und couragierte Nachbarin beinahe fatale Folgen gehabt. Beim Bergen von Hausrat warf eine Frau eine wertvolle Wärmflasche aus dem ersten Stockwerk, diese traf den ebenfalls zur Hilfe herbeigeeilten Pfarrer Högner am Kopf, zum Glück ohne nennenswerte Schadenswirkung.

Die Ursache mancher Brände blieb lang umstritten. Manchmal tauchten Gerüchte über Brandstiftung auf, die weder bewiesen noch vollständig widerlegt wurden.

TS 4 aus Jöhstadt

1935 erhielt die FFW eine Motorspritze TS4 von der Firma Flader aus Jöhstadt und als Zugfahrzeug einen Alder-Favorit-Kabriolett mit 35 PS.

Im Zweiten Weltkrieg kam die Feuerwehr auch zum Einsatz, um beim Löschen von Bränden nach Luftangriffen und bei der Bergung von Bombenopfern zu helfen. So löschte die Cunersdorfer Wehr auch nach den Bombenangriffen am 14.Februar und 20.April 1945. Obgleich diese Angriffe der Stadt Buchholz und dem Buchholzer Bahnhof galten, wurden in unserem Dorf zwei Häuser völlig zerstört und 13 beschädigt.

Letzter Einsatz:

03.03.2019 Schornsteinbrand Annaberg


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